Schiedsgutachten

Um die Gerichte zu entlasten und eine Einigung zweier Parteien über ein streitiges Objekt kurzfristig ohne Gerichtsverfahren zu ermöglichen, wurde vom Gesetzgeber das Schiedsgutachten eingeführt.

Vom außergerichtlichen Gutachten, dem Privatgutachten, unterscheidet sich das Schiedsgutachten lediglich darin, dass der Vertrag mit dem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen mit beiden Parteien geschlossen wird.

Diese einigen sich im Vorfeld auf einen Sachverständigen und verpflichten sich in einem gemeinsamen Vertrag mit ihm, den Ergebnissen und Empfehlungen des Gutachtens Folge zu leisten. Dabei wird ausgeschlossen, dass die Partei, in deren Interesse das Ergebnis des Gutachtens nicht liegt, die Anerkennung verweigern kann. Die Auftraggeber haften gegenüber dem Sachverständigen als Gesamtschuldner für dessen Gebühren. Die Aufteilung der Kosten unter den Parteien bzw. eine Quotelung der Gebühren kann im Vorfeld festgelegt werden.
Wenn auf Vorschlag eines Schiedsgerichts ein Sachverständiger um die Erstattung eines Gutachtens gebeten wird, ist die Stellung des Sachverständigen in diesem Falle entsprechend der eines gerichtlich bestellten Sachverständigen.
Ein Unterschied besteht lediglich darin, dass der Auftrag für die Erstattung des Gutachtens durch das Schiedsgericht im Auftrag der sich streitenden Parteien erteilt wird und somit diese für die Kosten haften.

Zweck des Schiedsgutachtens ist vor allem die Möglichkeit einer schnellen Einigung, um weitere Gerichts- und Anwaltskosten einzusparen.